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Frage Lordosenstütze im E46-Cabrio nachrüsten

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1 Jahr 1 Monat her #13962 von Elmar
Hallo zusammen,

jetzt, wo die Tage kürzer werden und viele Cabrios schon im Winterschlaf sind, hätte ich einen Erfahrungsbericht für eine Winterbastelei anzubieten:

Bei den (Standard-)Sitzen unseres Cabrios fehlte es mir immer an Unterstützung im unteren Rückenbereich. Es gab mal einen Nachrüstsatz für die Lordosenstützen, aber der ist nicht mehr erhältlich und wäre vermutlich auch preislich nicht wirklich interessant gewesen. Aus dem gleichen Grund kommt eine Nachrüstung mit Ersatzteilen direkt von BMW nicht in Frage. Cabrio-Sitze oder -Innenausstattungen mit Lordosenstütze sind selten und das wäre auch übertrieben aufwendig, wenn man nicht sowieso tauschen will oder muss. Also habe ich mich mit der Nachrüstung aus Spenderteilen befasst. Auf ebay (oder ebay-Kleinanzeigen) gibt’s manchmal Komplettsätze aus Gebrauchtteilen. Ich habe mich letztlich für das Ausschlachten von Sitzen entschieden.

Vorweg: die Anleitung hier bezieht sich auf Standardsitze. Sportsitze können im Detail abweichen. Es gibt ausserdem Unterschiede zwischen den Teilen im Cabrio und den geschlossenen Varianten. Und zwischen Fahrer- und Beifahrersitz. Manche sind auffällig, mache erkennt man evtl. nur im direkten Vergleich. Dazu gleich mehr.

Zuerst habe ich mir also Spendersitze besorgt. Kostenmässig liegt man hier mit etwas Glück und Geduld bei 20-30 EUR pro Sitz. Meist ist die Lordosenstütze nicht als Merkmal gelistet, man muss also auf den Bildern nach dem Schalter suchen oder evtl. fragen. Das Zerlegen der Sitze erwies sich als etwas mühselig (schlimmer als die Montage im Cabrio), aber machbar. Aus dem Sitz braucht man folgendes:

- das Lordosenkissen aus der Rückenlehne
- die Pumpe mit Schaumstoffsäckchen (liegt in der Lehne)
- den Ventilblock (in der Lehne angeschraubt)
- den Lordosen-Kabelbaum
- den Schalter aus der unteren Seitenverkleidung des Sitzes
- die untere Seitenverkleidung, falls der Spendersitz elektrisch verstellbar ist (sonst muss man bohren, siehe unten)
- falls der Spendersitz eine Sitzheizung hat, kann man deren Stecker (mit etwas Kabel) abschneiden (siehe unten)

Zum Ausbau von Kissen, Pumpe und Ventilblock muss man die Schläuche am Ventilblock abziehen. Das geht u.U. sehr schwer und es kann passieren, dass man die Metallstutzen mit rauszieht. Dann reissen die Kunststoffränder am Ventilblock und die ganze Sache wird undicht. Erwärmen der Schlauchenden mit einem Fön hilft vorher, 2K-Kleber hilft im Fall der Fälle zum Abdichten.

Die Unterschiede der Teile zwischen Cabrio und den anderen Varianten sind folgende:

- die Kissen haben eine andere Teilenummer. Wie die sich genau unterscheiden, weiss ich nicht. Vielleicht ist es die Schlauchlänge, denn:
- der Ventilblock hat einen extra Halter oben im Sitz. Habe ich anders eingebaut (siehe unten)
- der Kabelbaum hat einen anderen Stromstecker (61138377072), dazu braucht man Pins (wahrscheinlich 61131393724, habe 50251476 bei Leebmann bestellt). Bestellt mehr Pins, denn auch mit passendem Werkzeug ist das eine furchtbare Fummelei, weil die Kabel eigentlich etwas zu dick sind. Alternativ kann man den Stecker der Sitzheizung aus dem Spendersitz nehmen (empfohlen) und anlöten oder quetschen. Achtung, die Belegung ist anders: Pin 1 muss an Masse (braun), Pin 3 an plus (rot/braun).

Die Unterschiede zwischen Fahrer- und Beifahrerseite sind:

- das Symbol auf dem Schalter
- der Kabelbaum. Hier kann man zum “Seitenwechsel” die Kabel am Stecker zum Ventilblock von aussen anfangend paarweise vertauschen (also 1. mit 4. und 2. mit 3.)

Achtung: testet das ganze System im ausgebauten Zustand auf Funktion, bevor Ihr weitermacht. Man braucht dafür nur 12V für die Stromversorgung.

Der Einbau im Cabrio geht ohne Ausbau des Sitzes. Arbeitsaufwand ist ca. 1 Stunde pro Sitz. Man muss erst mal den Sitz vor- und hochfahren und die Rückwand abnehmen. Die ist unten mit 2 Schrauben befestigt, der Rest ist geclipst (nach hinten ziehen) und oben eingehängt. Der Bezug ist hinten mit mit so einer Art BH-Verschluss verbunden, wenn man den öffnet, kommt man an die Innereien. Das Kissen wird hinten von unten um den Rahmen herum eingezogen (Fummelei) und am dritten Draht über der “rechteckigen” Federung eingehängt, also ziemlich weit unten. Dann verbindet man die Luftschläuche mit der Pumpe und dem Ventilblock. Die Pumpe im Säckchen legt man unten in die Rundung hinter der rechteckigen Feder, den Ventilblock kann man irgendwo daneben durch eines der vorhandenen Löcher anschrauben.
Nun muss der Schalter verbaut werden. Dazu muss man die seitliche untere Sitzabdeckung abnehmen. Von unten muss man die an mehreren Stellen ausclipsen (von unter rumgreifen, nicht einfach ziehen), oben zieht man am besten ein angewinkeltes Kunststoffwerkzeug durch. Das Kabel für die Sitzverstellung ist sehr kurz, muss also direkt nach dem Lösen der Verkleidung abgezogen werden. Die Position für den Schalter ist vorgegeben, der Lochdurchmesser 27mm. Am besten geht das mit einem (verstellbaren) Flachbohrer. Das erste Loch hatte ich mangels Werkzeug etwas kleiner gebohrt und dann aufgefräst. Ging, aber war nicht ideal. Beim zweiten hatte ich einen 26er Flachbohrer und habe das Loch dann durch Verkanten etwas aufgeweitet, das war dann ok.
Jetz kommt der Kabelbaum. Der Stecker zum Schalter geht durch ein kleines Loch hinter der Verkleidung. Dann zieht man das Kabel unter dem Sitz entlang nach hinten und in Richtung Kardantunnel. An der Tunnelseite der Lehne gehen ein paar andere Kabel hoch, da fummelt man das Lordosenkabel dazu und schliesst es dann an die Pumpe und den Ventilblock an. Jetzt braucht man nur noch Strom. Zumindest bei unserem Facelift-Cabrio war der passende Anschluss im Sitzkabelbaum vorhanden, aber gut versteckt, im vorderen Bereich unter dem Sitz. Ich musste lange fummeln und suchen, um den zu finden, weil man nicht wirklich viel sieht.
Jetzt kann man die Stecker an der Seitenverkleidung anschliessen und alles auf Funktion testen. Wenn alles geht, kann man Seitenverkleidung wieder montieren (Vorsicht beim Einclipsen vorne unten, das geht leicht daneben und verbiegt sich oder bricht ab) und die Rückwand wieder anbringen.
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